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25.04.2014

Weltrekord vor 75 Jahren: Mehr als 755 km/h mit einem Propellerflugzeug

Der Luftfahrtzulieferer Premium AEROTEC erinnert an einen historischen Moment der Luftfahrt- und Unternehmensgeschichte: Vor 75 Jahren erflog der Messerschmitt-Werkspilot Fritz Wendel mit einer Me 209 V1 entlang der Bahnstrecke zwischen Augsburg und Buchloe heute steht das Werk I von Premium AEROTEC direkt neben dieser Bahnlinie mit 755,1 km/h den absoluten damaligen Geschwindigkeitsrekord.

An diesem 26. April 1939 endete eine knapp zweijährige Rekordserie, die fast ausschließlich in Deutschland zwischen Heinkel und Messerschmitt ausgetragen wurde. Die rasante Entwicklung der Strahltriebwerke ließ die Propellerflugzeuge technisch in den Hintergrund treten – und so bestand dieser Rekord für kolbenmotor-getriebene Flugzeuge für drei Jahrzehnte. Die Rekordwelle begann im Juli 1937, als Deutschland beim Internationalen Flugmeeting in Zürich mit der Me (Bf) 109 erstmals an die breite Öffentlichkeit trat und zahlreiche Wettbewerbe gewann. Im November des gleichen Jahres holte Messerschmitt-Chefpilot Dr. Hermann Wuster mit der Bf 109 V13 den Geschwindigkeitsweltrekord für Landflugzeuge mit 611 km/h erstmals nach Deutschland. Von nun an beteiligte sich auch Heinkel and den Rekordflügen: im Juni 1938 flog Ernst Udet mit einer He 100 mit 634,7 km/h Rekord auf dem 100-Kilometer-Kurs, am 30. März 1939 erhöhte Hans Dieterle mit einer He 100 V8 den absoluten Geschwindigkeitsrekord auf 746,6 km/h – Ruhm für nicht einmal vier Wochen, denn schon am 26. April wurde er dann schließlich von Fritz Wendel überboten.

Von der einstigen Rivalität zweier konkurrierender Flugzeughersteller ist heute nicht mehr viel übrig: Heinkel ging 1964 gemeinsam mit Weserflug und Focke-Wulf in den Vereinigten Flugtechnischen Werken (VFW) auf. Diese mündeten schließlich ebenso wie Messerschmitt in die heutige Airbus Group, der Messerschmitt-Standort Augsburg ist heute Sitz des Luftfahrtzulieferers Premium AEROTEC. Von Fritz Wendels Rekordmaschine blieb dagegen wenig übrig. Sie kam 1944 ins Berliner Luftfahrtmuseum, blieb dort aber nicht lange, sondern wurde wegen der anhaltenden Bombenangriffe ins damalige östliche Reichsgebiet verlagert. Viele Teile gingen dabei verloren. Die wenigen und in schlechtem Zustand erhaltenen Überreste (Rumpf, Höhenruder und Teile der Motorabdeckung) befinden sich heute im Luftfahrtmuseum von Krakau. Der Rekord für kolbenmotor-getriebene Flugzeuge selbst wurde mehrfach herausgefordert, ehe er – nun nur noch eine rein sportliche interessante Bestmarke – am 18. Juni 1969 mit einer modifizierten Grumman F8F-2 „Bearcat“ auf 777,37 km/h erhöht wurde. Von da an dauerte es nochmals zwei Jahrzehnte, bis Lyle Shelton ihn im August 1989 mit einer umgerüsteten Grumman F8F-2 „Rare Bear“ auf die bis heute gültigen 850,25 km/h schraubte.


Premium AEROTEC erzielte im Jahr 2012 einen Umsatz von 1,5 Milliarden Euro. Kerngeschäft sind die Entwicklung und Herstellung von Metall- und Kohlenstofffaserverbund-Flugzeugstrukturen sowie die damit verbundenen Vorrichtungen und Fertigungssysteme. Das Unternehmen hat Fertigungsstätten in Augsburg, Bremen, Nordenham und Varel in Deutschland sowie im rumänischen Braşov.